Wo sind deine Kryptowährungen?
Bitcoin, Ethereum und andere Netzwerke erfassen Transaktionen in ihrer Blockchain. Deine Wallet nutzt diese Aufzeichnungen, um dein verfügbares Guthaben anzuzeigen. Wenn du die Hardware-Wallet ausschaltest, bleiben die Einträge bestehen. Zahlungen können weiterhin an deine Adresse gehen.
- Das Netzwerk
- Hier werden die Transaktionen erfasst, aus denen sich dein Guthaben ergibt. Die Coins wandern nicht in dein Gerät.
- Deine Wallet-App
- Sie zeigt dein Guthaben und lässt dich eine Zahlung vorbereiten. Du bedienst damit dein Konto; die Coins werden nicht in der App aufbewahrt.
- Der private Schlüssel
- Geheime Daten, mit denen die Wallet Ausgaben autorisiert. Wer die nötigen Schlüssel bekommt, kann über das zugehörige Guthaben verfügen.
Wo speichert eine Wallet ihre privaten Schlüssel?
Speichert eine Wallet-App die privaten Schlüssel auf deinem Smartphone oder Computer, signiert auch dieses Gerät die Transaktionen. Schlüssel lassen sich ebenso offline erzeugen und aufbewahren, getrennt vom Gerät mit Internetzugang. Eine Hardware-Wallet speichert die Schlüssel und signiert auf dem eigenen Gerät. Die App auf Smartphone oder Computer kann eine Transaktion vorbereiten und versenden, ohne diese Schlüssel zu erhalten.
Überweisung in der App vorbereiten
Gib Empfänger und Betrag ein. Die App sendet den vorbereiteten Auftrag zur Bestätigung an die Hardware-Wallet.

Beispiel: Eine Zahlung am Computer mit angeschlossenem Trezor Safe 3 vorbereiten.
Am Gerät prüfen und bestätigen
Bei einem Modell mit Display liest du dort Empfänger und Betrag ab. Nach deiner Bestätigung signiert das Gerät die Transaktion: Es erstellt einen Nachweis der Freigabe, während der private Schlüssel im Gerät bleibt.

Herstellerbeispiel: Die Transaktionsübersicht auf dem Trezor Model T vor der Freigabe am Gerät prüfen.
Die App übermittelt an das Netzwerk
Die signierte Transaktion geht zurück an die App. Diese leitet sie an das Netzwerk weiter, das sie prüft und verarbeitet. Deine Freigabe am Gerät ist noch keine Bestätigung der Zahlung durch das Netzwerk.
Eine weitere Möglichkeit ist ein Computer, den du ausschließlich zum Offline-Signieren verwendest. Die Transaktionsdaten überträgst du selbst zwischen ihm und einem Gerät mit Internetzugang. Die Einrichtung ist aufwendiger, und jede Zahlung erfordert zusätzliche Schritte.
Eine bisher online genutzte Wallet auszuschalten macht eine frühere Offenlegung der Schlüssel nicht rückgängig. Hat jemand sie bereits kopiert, verschwindet diese Kopie nicht, wenn du dein Gerät vom Internet trennst.
Die Hardware-Wallet weiß nicht, ob du dieser Person wirklich etwas überweisen wolltest. Sie kann auch eine betrügerische Überweisung signieren, die du selbst freigibst. Schlüssel im Gerät aufzubewahren ersetzt daher nicht die Prüfung des Auftrags. Geräte ohne Display nutzen andere Prüfverfahren.
Was du vor dem Bestätigen einer Überweisung prüfen solltest
Eine Hardware-Wallet für deine Geräte und Kryptowährungen auswählen
Börsenkonto oder Wallet unter deiner Kontrolle?
Der entscheidende Unterschied ist, wer eine Auszahlung freigeben kann. Dein Login-Passwort gibt dir Zugang zum Dienst der Börse. Es ist nicht der private Schlüssel, mit dem eine Transaktion im Krypto-Netzwerk signiert wird.
Die Börse verwahrt die Schlüssel
- Wer gibt Auszahlungen frei?
- Die Börse bearbeitet deinen Auszahlungsauftrag nach ihren Regeln.
- Wie greifst du darauf zu?
- Du meldest dich mit deinen Zugangsdaten beim Dienst an.
- Wenn du den Zugriff verlierst
- Der Dienst kann eine Wiederherstellung von Passwort oder Konto anbieten. Du bleibst darauf angewiesen, dass er verfügbar ist und Auszahlungen ermöglicht.
Du verwahrst die Schlüssel
- Wer gibt Auszahlungen frei?
- Du gibst Überweisungen mit deiner Wallet frei. Dafür brauchst du keine Freigabe durch eine Börse.
- Wie greifst du darauf zu?
- Deine Wallet verwendet die Schlüssel unter deiner Kontrolle. Das Hardware-Gerät kann durch eine PIN gesperrt sein.
- Wenn du den Zugriff verlierst
- Du brauchst die Wiederherstellungsdaten deiner Wallet. Der Hersteller kann verlorene Schlüssel nicht einfach durch ein neues Kontopasswort zurückholen.
Eine App zu installieren oder eine Hardware-Wallet zu kaufen überträgt noch kein Guthaben von der Börse. Dazu musst du eine Auszahlung an eine Adresse veranlassen, die du selbst kontrollierst. Das gewählte Netzwerk muss auf beiden Seiten unterstützt werden.
PIN und Wiederherstellungsphrase haben verschiedene Aufgaben
Viele Wallets zeigen dir beim Einrichten eine Liste von Wörtern in einer bestimmten Reihenfolge. Das ist die Wiederherstellungsphrase, auch Seed-Phrase genannt. Damit lassen sich die Schlüssel in einer kompatiblen Wallet wiederherstellen, wenn das alte Gerät nicht mehr da ist. Manche Wallets nutzen dafür eine Karte oder ein anderes Verfahren.
- Die PIN entsperrt dein Gerät. Dieselbe PIN auf einem Ersatzgerät einzugeben stellt deine bisherige Wallet nicht wieder her.
- Halte die Wiederherstellungsphrase geheim. Wer alles Nötige zur Wiederherstellung besitzt, kann unter Umständen ohne dein Gerät und dessen PIN auf das Guthaben zugreifen.
- Einige Wallets bieten ein optionales zusätzliches Passwort, die Passphrase. Wenn du sie nutzt, musst du auch sie aufbewahren. Trezor verbindet sie beispielsweise mit der Wiederherstellungsphrase, um eine separate Wallet zu öffnen. Eine andere Passphrase öffnet eine andere Wallet.
Was passiert, wenn du das Gerät verlierst?
Ein verlorenes Gerät löscht keine Einträge im Netzwerk. Wenn du die nötigen Wiederherstellungsdaten aufbewahrt hast, kannst du mit einer kompatiblen Wallet wieder zugreifen. Deshalb braucht die Wiederherstellungsphrase genauso viel Schutz wie das Gerät selbst.
Die Wiederherstellung gibt dir den Zugriff zurück; sie macht keine bereits gesendete Zahlung rückgängig. Nach dem Wiederherstellen kann die App außerdem ein anderes Konto oder Netzwerk anzeigen. Ein leerer Kontostand allein bedeutet daher noch nicht, dass die Kryptowährungen verschwunden sind.
Brauchst du eine Wiederherstellung, nutze die Anleitung für dein Modell und das verwendete Verfahren. Sende deine Wiederherstellungswörter nicht an den Support und gib sie nicht auf einer Website ein, die danach fragt.
