So schützt du deine Krypto-Wallet

Eine Hardware-Wallet kann den privaten Schlüssel im Gerät behalten und trotzdem eine Zahlung oder Freigabe signieren, zu der dich jemand überredet hat. Prüfe vor dem Bestätigen, was du der Website oder Person erlaubst.

4 Abschnitte · Geprüft am 10. Oktober 2026

Eine Frau schaut auf ihr Telefon; neben dem Laptop liegt ein Trezor Safe 3 mit dunklem Display auf dem Tisch.

Trenne deine Ersparnisse vom Wallet-Konto, das du mit Apps verbindest

Beim Token-Tausch in einer App wählst du, welches Wallet-Konto du verbindest. Eine einfache Verbindung lässt die App deine öffentliche Adresse sehen und Aktionen anfragen. Das ist noch keine Erlaubnis, Token auszugeben. Lies jede weitere Freigabe- oder Signaturanfrage gesondert.

Nutze für solche Apps ein separates Konto und überweise nur den Betrag darauf, den du verwenden möchtest. Langfristige Ersparnisse bleiben auf einem Konto, das du nicht mit diesen Apps nutzt. Erteilst du versehentlich eine Ausgabefreigabe, ist auf dem betroffenen Konto weniger Geld gefährdet.

Mehrere Konten derselben Wallet können eine gemeinsame Wiederherstellungsphrase haben. Kennt jemand diese Phrase, schützt die Trennung dieser Konten dein Geld nicht.

Eine unerwartete Supportnachricht ist keine Handlungsanweisung

Betrügerische Nachrichten nutzen bekannte Namen oder Logos, damit eine unerwartete Forderung alltäglich wirkt. Auch die Kenntnis deines Gerätemodells beweist nicht, dass der Absender den Hersteller vertritt. Entscheidend ist, was du tun sollst.

Beispiel einer falschen Supportnachricht

Unerwartete Nachricht, angeblich vom Support

Deine Wallet wird heute deaktiviert. Verifiziere jetzt deine Wiederherstellungsphrase, um den Zugriff zu behalten.

Die Frist setzt dich unter Druck
Die Drohung soll dich zum Handeln bringen, bevor du nachprüfst. Sie beweist nicht, dass der Absender dein Gerät kontrollieren kann.
Das Ziel ist deine Wiederherstellungsphrase
Auch beim angeblichen „Verifizieren“ gibst du sie weiter. Wer die nötigen Wiederherstellungsdaten hat, kann ohne dein Gerät Zugriff bekommen.

Gib dem Support niemals die Wiederherstellungsphrase, einen privaten Schlüssel oder eine zusätzliche Passphrase, falls du eine nutzt. Installiere keine Fernzugriffssoftware auf Wunsch eines unerwarteten Anrufers. Auch ein überzeugendes Gespräch macht solche Forderungen nicht sicher.

Wallet verbinden, Token freigeben oder Geld senden

Hinter einer Schaltfläche wie „Weiter“ können sehr unterschiedliche Wallet-Anfragen stehen. Lies die Anfrage selbst und prüfe Konto und Netzwerk. Die Beispiele zeigen einfache Verbindungen, Token-Freigaben und Überweisungen in Ethereum-Apps.

Ein Konto verbinden

Eine einfache Verbindung teilt die ausgewählte öffentliche Adresse und lässt die App Aktionen anfragen. Sie erteilt noch keine Token-Ausgabefreigabe.

Was du in der Anfrage prüfst Welche Website, welches Konto und welches Netzwerk werden verbunden? Lies eine zusätzliche Signaturanfrage gesondert.

Einem Contract Token-Ausgaben erlauben

Beispiel: Mit einer Freigabe für 20 USDC darf der genannte Smart Contract bis zu 20 USDC vom ausgewählten Konto ausgeben, ohne dass du erneut bestätigen musst. Ein Smart Contract ist ein Programm auf der Blockchain. Durch die Freigabe allein werden noch keine 20 USDC gesendet. Die Berechtigung kann bestehen bleiben, auch wenn du die Verbindung zur Website trennst.

Was du in der Anfrage prüfst Prüfe Token, berechtigten Contract und Limit. Eine unbegrenzte Freigabe kann auch spätere Einzahlungen dieses Tokens erfassen; zum bloßen Verbinden ist sie nicht nötig.

Eine Zahlung senden

Die Anfrage sendet den angegebenen Betrag an einen Empfänger. Ist die Überweisung im Netzwerk erfolgreich ausgeführt, macht das Trennen der Website sie nicht rückgängig.

Was du in der Anfrage prüfst Vergleiche vollständige Empfängeradresse, Kryptowährung, Netzwerk, Betrag und Gebühr mit deiner beabsichtigten Zahlung.

Ein niedrigeres Ausgabelimit kann den durch diese Freigabe gefährdeten Betrag verringern. Es beweist nicht, dass die App vertrauenswürdig ist. Bestätige keine Anfrage, deren Wirkung du nicht verstehst.

Was du nach einer verdächtigen Nachricht oder Anfrage tun kannst

Antworte dem Absender nicht weiter und schließe die verdächtige Website. Bestätige keine weitere Anfrage von dort. Wenn du Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel weitergegeben hast, kümmere dich zuerst darum, auch wenn du zusätzlich eine Zahlung gesendet hast. Hast du auf Wunsch des Absenders Software installiert oder ihm Fernzugriff gewährt, nutze für die nächsten Schritte einen anderen Computer oder ein anderes Smartphone, dem du vertraust.

Du hast Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel weitergegeben

Wer diese geheimen Daten kennt, kann möglicherweise ohne dein Gerät über dein Guthaben verfügen. Nutze die verdächtige Website nicht weiter. Übertrage das verbliebene Guthaben auf eine neue Wallet, die du selbst erstellst und kontrollierst. Richte sie als neue Wallet mit einem neuen Backup ein. Stelle sie nicht mit den weitergegebenen Wiederherstellungswörtern wieder her: Mit denselben Wörtern bleiben auch auf einem anderen Gerät die Schlüssel und der Zugriff der anderen Person bestehen.

Behalte den Zugriff auf deine funktionierende Wallet, bis du die Übertragung sicher durchführen kannst. Folge der Anleitung deines Wallet-Herstellers zum Erstellen der neuen Wallet und Übertragen des Guthabens. Setze nicht zuerst dein einziges funktionsfähiges Gerät zurück. Trezors Anleitung unten erklärt die Möglichkeiten mit einem Gerät oder einem zusätzlichen Gerät.

Du hast „Bestätigen“ oder „Genehmigen“ gewählt, ohne die Anfrage zu verstehen

Bestätige keine weitere Anfrage dieser Website. Öffne in deiner Wallet-App die Aktivitäten oder den Transaktionsverlauf. Notiere das Konto, das Netzwerk und, falls angezeigt, die Transaktions-ID. Bewahre Angaben zur ursprünglichen Anfrage auf, die du noch hast. Kehre aber nicht auf die verdächtige Website zurück und signiere nicht erneut, um diese Angaben noch einmal anzeigen zu lassen.

Wende dich an den Support der App, in der die Anfrage erschienen ist. Beschreibe, was du ausgewählt hast, und teile die noch verfügbaren Angaben zur Anfrage oder Transaktion mit. Gib niemals Wiederherstellungswörter, private Schlüssel oder eine Passphrase weiter. Der Support kann möglicherweise helfen, den Vorgang einzuschätzen. Manche signierten Nachrichten erscheinen nicht im Transaktionsverlauf. Ein leerer Verlauf oder eine Anfrage, die der Support nicht zuordnen kann, bedeutet deshalb keine Entwarnung.

Du hast die Ausgabe von Token erlaubt

Öffne die Wallet-App, die du verwendet hast, und prüfe, welches Konto und welches Netzwerk betroffen waren. Bei Token-Freigaben wie auf Ethereum hilft dir die offizielle Anleitung unten, die Berechtigung zu finden und zu widerrufen. Der Widerruf hebt diese Berechtigung auf und erfordert in der Regel eine Transaktion mit Netzwerkgebühr. Prüfe, ob der Widerruf erfolgreich abgeschlossen wurde.

Das Trennen der Website lässt bestehende Berechtigungen unverändert. Wenn du nicht weißt, was du genehmigt hast, lies auch die Hinweise für unklare Anfragen: Selbst wenn keine aktiven Token-Freigaben angezeigt werden, beweist das nicht, dass jede signierte Anfrage harmlos war.

Du hast eine Zahlung gesendet

Öffne die Zahlung in deiner Wallet oder bei der Börse und prüfe ihren Status. Bearbeitet eine Börse die Auszahlung noch, kontaktiere sie sofort und frage, ob sie die Auszahlung stoppen kann.

Ist die Transaktion bereits im Netzwerk, aber noch nicht bestätigt, bietet deine Wallet möglicherweise einen Abbruchversuch an. Nutzt du MetaMask auf Ethereum oder einem kompatiblen Netzwerk, folge der unten verlinkten Anleitung zum Abbrechen. Bei einer anderen App wende dich an deren Support. Der Abbruch ist nicht garantiert. Wähle nicht „Beschleunigen“ („Speed up“), wenn du die Zahlung stoppen möchtest.

Sobald eine Überweisung im Netzwerk erfolgreich abgeschlossen ist, kann dein Wallet-Anbieter sie nicht rückgängig machen. Das Trennen der Website oder der Widerruf einer Berechtigung holt das Geld nicht zurück.

Du hast Software installiert oder Fernzugriff gewährt

Greife von diesem Computer oder Smartphone vorerst nicht mehr auf deine Wallet zu. Nutze ein anderes Gerät, dem du vertraust, um Hilfe zu holen. Lass das betroffene Gerät auf unerwünschte Software prüfen, bevor du es wieder nutzt. Wende dich dafür an den technischen Support des Computer- oder Smartphone-Herstellers oder an einen Reparaturdienst, den du bereits kennst und dem du vertraust. Nimm selbst Kontakt auf, über dessen offizielle Website oder Kontaktdaten, die du bereits hast.

Der Support deiner Wallet-App kann zusätzlich helfen, die Wallet-Aktivitäten einzuschätzen. Er ist aber nicht dafür zuständig, deinen Computer oder dein Smartphone zu prüfen. Hast du Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel in die Software eingegeben, folge auch den Hinweisen zu weitergegebenen geheimen Daten.

Du hast nur eine Nachricht gelesen oder deine Wallet mit der Website verbunden

Wenn du nichts signiert, keine geheimen Daten weitergegeben und keine Software installiert hast, schließe die Seite. Hast du deine Wallet verbunden, entferne die Website in der Wallet-App aus der Liste der verbundenen Websites. Das Verbinden allein erlaubt noch keine Ausgaben.

Hast du dieser Website früher schon die Ausgabe von Token erlaubt, prüfe auch diese Berechtigungen. Das Trennen der Verbindung hebt sie nicht auf.

An welchen Support du dich wenden kannst

Bei einer Zahlungs- oder Signaturanfrage beginne mit der App, in der sie erschienen ist. Öffne dort oder auf der offiziellen Website den Bereich Hilfe oder Support. Für MetaMask nutze das unten verlinkte Help Center. Wähle dort „Contact support“ und anschließend „Continue without wallet“.

Bei Fragen zum Hardware-Gerät oder Backup wende dich an den Wallet-Hersteller. Unser Verzeichnis offizieller Apps verlinkt die App-Seiten und Verbindungsanleitungen der Hersteller. Suche dort nach der eigenen Kontakt- oder Supportseite des Herstellers. Auf der Downloadseite von BitBox wählst du zum Beispiel „Hilfe“ und dann „Kontaktiere uns“. In der COLDCARD-Dokumentation wählst du „Trouble Shooting“ und anschließend das Coinkite-Supportformular am Seitenende.

Gehe nicht auf unaufgeforderte Angebote ein, gestohlenes Geld zurückzuholen. Das gilt besonders, wenn dafür eine Gebühr oder deine Wiederherstellungswörter verlangt werden.