Trenne deine Ersparnisse vom Wallet-Konto, das du mit Apps verbindest
Beim Token-Tausch in einer App wählst du, welches Wallet-Konto du verbindest. Eine einfache Verbindung lässt die App deine öffentliche Adresse sehen und Aktionen anfragen. Das ist noch keine Erlaubnis, Token auszugeben. Lies jede weitere Freigabe- oder Signaturanfrage gesondert.
Nutze für solche Apps ein separates Konto und überweise nur den Betrag darauf, den du verwenden möchtest. Langfristige Ersparnisse bleiben auf einem Konto, das du nicht mit diesen Apps nutzt. Erteilst du versehentlich eine Ausgabefreigabe, ist auf dem betroffenen Konto weniger Geld gefährdet.
Mehrere Konten derselben Wallet können eine gemeinsame Wiederherstellungsphrase haben. Kennt jemand diese Phrase, schützt die Trennung dieser Konten dein Geld nicht.
Eine unerwartete Supportnachricht ist keine Handlungsanweisung
Betrügerische Nachrichten nutzen bekannte Namen oder Logos, damit eine unerwartete Forderung alltäglich wirkt. Auch die Kenntnis deines Gerätemodells beweist nicht, dass der Absender den Hersteller vertritt. Entscheidend ist, was du tun sollst.
Gib dem Support niemals die Wiederherstellungsphrase, einen privaten Schlüssel oder eine zusätzliche Passphrase, falls du eine nutzt. Installiere keine Fernzugriffssoftware auf Wunsch eines unerwarteten Anrufers. Auch ein überzeugendes Gespräch macht solche Forderungen nicht sicher.
Die offizielle App oder Verbindungsanleitung für deine Wallet finden
Wallet verbinden, Token freigeben oder Geld senden
Hinter einer Schaltfläche wie „Weiter“ können sehr unterschiedliche Wallet-Anfragen stehen. Lies die Anfrage selbst und prüfe Konto und Netzwerk. Die Beispiele zeigen einfache Verbindungen, Token-Freigaben und Überweisungen in Ethereum-Apps.
Ein niedrigeres Ausgabelimit kann den durch diese Freigabe gefährdeten Betrag verringern. Es beweist nicht, dass die App vertrauenswürdig ist. Bestätige keine Anfrage, deren Wirkung du nicht verstehst.
Was du nach einer verdächtigen Nachricht oder Anfrage tun kannst
Antworte dem Absender nicht weiter und schließe die verdächtige Website. Bestätige keine weitere Anfrage von dort. Wenn du Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel weitergegeben hast, kümmere dich zuerst darum, auch wenn du zusätzlich eine Zahlung gesendet hast. Hast du auf Wunsch des Absenders Software installiert oder ihm Fernzugriff gewährt, nutze für die nächsten Schritte einen anderen Computer oder ein anderes Smartphone, dem du vertraust.
Du hast Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel weitergegeben
Wer diese geheimen Daten kennt, kann möglicherweise ohne dein Gerät über dein Guthaben verfügen. Nutze die verdächtige Website nicht weiter. Übertrage das verbliebene Guthaben auf eine neue Wallet, die du selbst erstellst und kontrollierst. Richte sie als neue Wallet mit einem neuen Backup ein. Stelle sie nicht mit den weitergegebenen Wiederherstellungswörtern wieder her: Mit denselben Wörtern bleiben auch auf einem anderen Gerät die Schlüssel und der Zugriff der anderen Person bestehen.
Behalte den Zugriff auf deine funktionierende Wallet, bis du die Übertragung sicher durchführen kannst. Folge der Anleitung deines Wallet-Herstellers zum Erstellen der neuen Wallet und Übertragen des Guthabens. Setze nicht zuerst dein einziges funktionsfähiges Gerät zurück. Trezors Anleitung unten erklärt die Möglichkeiten mit einem Gerät oder einem zusätzlichen Gerät.
Du hast „Bestätigen“ oder „Genehmigen“ gewählt, ohne die Anfrage zu verstehen
Bestätige keine weitere Anfrage dieser Website. Öffne in deiner Wallet-App die Aktivitäten oder den Transaktionsverlauf. Notiere das Konto, das Netzwerk und, falls angezeigt, die Transaktions-ID. Bewahre Angaben zur ursprünglichen Anfrage auf, die du noch hast. Kehre aber nicht auf die verdächtige Website zurück und signiere nicht erneut, um diese Angaben noch einmal anzeigen zu lassen.
Wende dich an den Support der App, in der die Anfrage erschienen ist. Beschreibe, was du ausgewählt hast, und teile die noch verfügbaren Angaben zur Anfrage oder Transaktion mit. Gib niemals Wiederherstellungswörter, private Schlüssel oder eine Passphrase weiter. Der Support kann möglicherweise helfen, den Vorgang einzuschätzen. Manche signierten Nachrichten erscheinen nicht im Transaktionsverlauf. Ein leerer Verlauf oder eine Anfrage, die der Support nicht zuordnen kann, bedeutet deshalb keine Entwarnung.
Du hast die Ausgabe von Token erlaubt
Öffne die Wallet-App, die du verwendet hast, und prüfe, welches Konto und welches Netzwerk betroffen waren. Bei Token-Freigaben wie auf Ethereum hilft dir die offizielle Anleitung unten, die Berechtigung zu finden und zu widerrufen. Der Widerruf hebt diese Berechtigung auf und erfordert in der Regel eine Transaktion mit Netzwerkgebühr. Prüfe, ob der Widerruf erfolgreich abgeschlossen wurde.
Das Trennen der Website lässt bestehende Berechtigungen unverändert. Wenn du nicht weißt, was du genehmigt hast, lies auch die Hinweise für unklare Anfragen: Selbst wenn keine aktiven Token-Freigaben angezeigt werden, beweist das nicht, dass jede signierte Anfrage harmlos war.
Du hast eine Zahlung gesendet
Öffne die Zahlung in deiner Wallet oder bei der Börse und prüfe ihren Status. Bearbeitet eine Börse die Auszahlung noch, kontaktiere sie sofort und frage, ob sie die Auszahlung stoppen kann.
Ist die Transaktion bereits im Netzwerk, aber noch nicht bestätigt, bietet deine Wallet möglicherweise einen Abbruchversuch an. Nutzt du MetaMask auf Ethereum oder einem kompatiblen Netzwerk, folge der unten verlinkten Anleitung zum Abbrechen. Bei einer anderen App wende dich an deren Support. Der Abbruch ist nicht garantiert. Wähle nicht „Beschleunigen“ („Speed up“), wenn du die Zahlung stoppen möchtest.
Sobald eine Überweisung im Netzwerk erfolgreich abgeschlossen ist, kann dein Wallet-Anbieter sie nicht rückgängig machen. Das Trennen der Website oder der Widerruf einer Berechtigung holt das Geld nicht zurück.
Du hast Software installiert oder Fernzugriff gewährt
Greife von diesem Computer oder Smartphone vorerst nicht mehr auf deine Wallet zu. Nutze ein anderes Gerät, dem du vertraust, um Hilfe zu holen. Lass das betroffene Gerät auf unerwünschte Software prüfen, bevor du es wieder nutzt. Wende dich dafür an den technischen Support des Computer- oder Smartphone-Herstellers oder an einen Reparaturdienst, den du bereits kennst und dem du vertraust. Nimm selbst Kontakt auf, über dessen offizielle Website oder Kontaktdaten, die du bereits hast.
Der Support deiner Wallet-App kann zusätzlich helfen, die Wallet-Aktivitäten einzuschätzen. Er ist aber nicht dafür zuständig, deinen Computer oder dein Smartphone zu prüfen. Hast du Wiederherstellungswörter oder einen privaten Schlüssel in die Software eingegeben, folge auch den Hinweisen zu weitergegebenen geheimen Daten.
Du hast nur eine Nachricht gelesen oder deine Wallet mit der Website verbunden
Wenn du nichts signiert, keine geheimen Daten weitergegeben und keine Software installiert hast, schließe die Seite. Hast du deine Wallet verbunden, entferne die Website in der Wallet-App aus der Liste der verbundenen Websites. Das Verbinden allein erlaubt noch keine Ausgaben.
Hast du dieser Website früher schon die Ausgabe von Token erlaubt, prüfe auch diese Berechtigungen. Das Trennen der Verbindung hebt sie nicht auf.
An welchen Support du dich wenden kannst
Bei einer Zahlungs- oder Signaturanfrage beginne mit der App, in der sie erschienen ist. Öffne dort oder auf der offiziellen Website den Bereich Hilfe oder Support. Für MetaMask nutze das unten verlinkte Help Center. Wähle dort „Contact support“ und anschließend „Continue without wallet“.
Bei Fragen zum Hardware-Gerät oder Backup wende dich an den Wallet-Hersteller. Unser Verzeichnis offizieller Apps verlinkt die App-Seiten und Verbindungsanleitungen der Hersteller. Suche dort nach der eigenen Kontakt- oder Supportseite des Herstellers. Auf der Downloadseite von BitBox wählst du zum Beispiel „Hilfe“ und dann „Kontaktiere uns“. In der COLDCARD-Dokumentation wählst du „Trouble Shooting“ und anschließend das Coinkite-Supportformular am Seitenende.
Gehe nicht auf unaufgeforderte Angebote ein, gestohlenes Geld zurückzuholen. Das gilt besonders, wenn dafür eine Gebühr oder deine Wiederherstellungswörter verlangt werden.
